„Scheint was Twick.it-ähnliches zu sein: http://book.welluma.eu/“. Diese Nachricht erreichte uns letzte Woche per Twitter. Sie kam von den wachen Augen von Nando Stöcklin. Er ist Twick.it-User der ersten Stunde und Experte für den Yellowstone Nationalpark schlechthin. Das beweisen seine über 100 Twicks zu diesem Thema.
Neugierig haben wir uns dieses Projekt direkt einmal angeschaut, um zu sehen, mit welchen Ideen andere daher kommen. An dieser Stelle möchten wir gar nicht so sehr auf die Plattform an sich eingehen. Wir ermutigen jeden Twick.it-Nutzer auch wBook einmal zu testen und Feedback abzugeben. Einige Eckdaten im Schnelldurchlauf müssen an dieser Stelle reichen:
Das Wichtigste in Kürze

So sieht das wBook-Logo aus
Bei der „Wissensmaschine“, so die Bezeichnung des Projekts, kann man Fragen, die man sich selbst stellt, in maximal 280 Zeichen beantworten. Die Antwort kann mit Schlagworten und hochgeladenen Bildern versehen werden. Technisch steckt dahinter nicht viel mehr als ein leicht modifizierter Wordpress-Blog. 127 Antworten von 4 Usern umfasst das Projekt bis heute. Betrieben wird die Seite von Sebastian und Janos Horvat. Es handelt sich um Vater und Sohn, die ihr Geld mit dem Vertrieb von Gesundheitsprodukten einer Firma verdienen, die öfters mal mit altbekannten Schneeball-Systemen in Verbindung gebracht wird.
Ehrlich wärt am längsten
Laut einer selbstgeschriebenen Pressemitteilung hatten die beiden in der Vergangenheit eher „zurückhaltenden Erfolg mit wBase (Suchmaschine) und wBlog (Internet News Webblog)“.
Na, ehrlich sind sie ja, die beiden Wellness-Vertreter aus Schweinfurt. Dachte ich, ist aber nicht so. Und genau darum soll es gehen.
Ein wBook-Tester fragte im hauseigenen Blog, ob die wBook-Idee nicht abgekupfert sei und erntete gleich eine „Im übrigen werden wir hier nicht diskutieren“-Antwort. Hoppla, was ist das denn? Wofür bietet man den Blog-Lesern denn die Möglichkeit, sich selbst mit Gedanken, Kritik und Anregungen einzubringen? Während Twick.it als Community genau von diesem Gedanken lebt, scheint man bei wBook eine eher verschlossene Art an den Tag zu legen. Hat da jemand das Web2.0-Prinzip noch nicht ganz verstanden?
Was nicht passt, wird entfernt
Es kommt noch besser. Der kritische Kommentar wurde samt patziger Antwort der Seitenbetreiber entfernt. Löschen ist halt so einfach.
Nach genau dieser Parole wurden auch Einträge der Nutzer bei wBook gelöscht. Der besagte Testnutzer berichtet von zwei Einträgen, die gelöscht wurden. Die Begründung laut wBook „Wir können nicht zulassen, dass unsere Website in den Dreck gezogen wird“. Hui, harter Tobak. Was war passiert? Die gelöschten Artikel beantworteten zum einen die Frage „Was ist wBook“ wahrheitsgemäß als Notebook-Marke, wie unter http://www.wolfsteiner-edv.at/shop_content.php?coID=3500 nachzulesen ist. Der zweite gelöschte Artikel umfasste mehr als 280 Zeichen. Dumm nur, dass die Entwickler mehr Zeichen zulassen und dies technisch überhaupt nicht unterbinden. Letztlich ist „in den Dreck ziehen“ hier wohl doch ein wenig im Ton vergriffen.
Admin Generated Content
Nicht nur das, man setzt in Schweinfurt noch einen drauf. Einträge, die genau wie bei Twick.it mit dem Namen des Autors versehen sind, werden kurzerhand umgeschrieben. Dies ist in der Artikel-Historie im WordPress-Backend zu sehen. Hier greift der Administrator schöpferisch in die Tasten und legt Benutzern ungefragt Aussagen in den Mund! So bleibt auf der gesamten Plattform fraglich, wie viel User noch im User Generated Content stecken.
Liebes wBook-Team, so bitte nicht! Web 2.0 lebt von Mitmachern, Maulaufmachern und Meinungsvielfalt. Löschen oder gar umformulieren von Aussagen geht gar nicht.
Was sagt ihr?
Genau wie bei dem Bericht über die Micro-Enzyklopädie Wikwikit würde uns sehr interessieren, was ihr von wBook haltet. Was kann Twick.it von wBook lernen? Auch wenn euer Feedback dort nicht wirklich willkommen zu sein scheint, würde es uns doch sehr interessieren. Hinterlasst einfach einen Kommentar im Twick.it-Blog. Wenn er uns nicht gefällt, können wir ihn ja immer noch löschen. Oder umformulieren.
Schlagwörter: Antworten, Erklärungen, wBook, Wissensmaschine
Vielleicht finden ja auch die wBook-Macher etwas, das ihrer Meinung nach bei wBook besser ist als bei Twick.it. Wir würden uns über Verbesserungs-Vorschläge freuen.
Naja so richtig verstanden hat twick.it das 2.0 Prinzip aber auch nicht: Die Nutzer sind leider bisher weniger gleichberechtigte Partner sondern in erster Linie Datenlieferanten und die Möglichkeiten zur Community-Bildung sind beschränkt. Warum kann ich keine Liste von Nutzern anlegen, deren neue Beiträge ich folgen möchte (wie bei Twitter) und keine Beobachtungsliste von Wörtern zu denen ich neue Twicks mitbekommen möchte (wie bei Wikipedia)? Warum können Nutzer die Hilfeseiten nicht mitgestalten? Warum gibt es kein Forum wo nicht nur ihr (wie im Blog) sondern jeder Nutzer Vorschläge zur Weiterentwicklung machen kann? Und warum kann ich Twicks von anderen Benutzern nicht kommentieren und verändern?
Als ich 2002 zur Wikipedia gestoßen bin, fand ich angenehm, wie interessiert und hilfsbereit die anderen Nutzer waren und wie sich eine Community bildete, die *gemeinsam* an einem großen Projekt arbeit, das von allen mitgestaltet wird. Der gestaltungsspielraum bei Twick.it hält sich dagegen sehr in Grenzen. In jedem Fall ist Twick.it bislang nicht "kollaborativ" (weshalb ich die Definition im Wikipedia-Artikel auch geändert habe) sondern eher ein Nebeneinander von einzelnen Beitragenden, denen von oben vorgegeben wird, in welcher Form sie sie etwas beisteuern können. Schade, da wäre definitiv mehr möglich!
Halllo Jakob,
vielen Dank für dein Kommentar. Die fehlende Community-Funktionen (insbesondere eine Diskussions-Möglichkeit), die du ansprichst, stehen auf unserer Todo-Liste. Du bist nämlich nicht der erste, der diesen Vorschlag an uns heran trägt. Gerade aus den Reihen der eifrigen Wikipedia-Nutzer kommt diese Forderung. Eigentlich wollten wir anfangs gar keine Plattform, bei der sich die Nutzer gegenseitig die Köpfe einschlagen. Ein Forum o.ä. bietet nämlich leider auch immer die Möglichkeit für Beleidigungen, Beschimpfungs-Orgien und schlechten Umgangston. Nun ja, wir haben erkannt, dass eine solche Diskussions-Plattform aber trotzdem gewünscht ist. Wir überlegen gerade, ob wir eine solche Möglichkeit selbst einbauen oder ein Fremdprodukt einsetzen. Erst am Freitag hatten wir ein längeres Gespräch mit einem Startup aus Berlin, das eine entsprechende Lösung in Kürze anbieten wird. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben verstanden, dass Diskussion gewünscht ist und werden dem Wunsch nachkommen.
Eine Mitgestalltung von anderen Nutzern ist übrigens durchaus gewollt. Wir freuen uns immer über Feedback.
Die Möglichkeit, über Twicks von bestimmten Nutzern oder zu bestimmten Themen informiert zu werden, gibt es allerdings jetzt schon. Wir setzen hier auf RSS-Feeds. Auf jeder Themen- und Nutzer-Seite können diese RSS-Feeds aboniert werden. So kann sich jeder Nutzer (auch unangemeldete) seinen persönlichen Beobachtungslisten zusammenstellen. Das RSS-Icon findest du übrigens immer in der rechten Randspalte ganz unten.
Als letztes sprichst du das "Nebeneinander" der Beiträge an. Dies ist richtig. Und gewollt. Ein gemeinsames Arbeiten an genau einer Erklärung ist absichtlich nicht gewünscht. Das ist das Grundprinzip von Twick.it, das auch durchaus Fans findet. Ein Streit möchten wir so verhindern. Wer denkt, er könnte besser erklären, kann und sollte das mit einem eigenen Twick machen. Die Gemeinschaft wird letztlich darüber abstimmen, welche Erklärung die beste ist.
Ahh, endlich! Kritik. Auch noch fundiert. Danke dafür. Markus hat schon viele wichtige Dinge angesprochen. Hier also nur die Ergänzungen. 1. Das Ziel war nicht ein neues Mini-Wikipedia aufzubauen, sondern etwas Eigenständiges. 2. Auf keinen Fall sind Twick.it-Nutzer Datenlieferanten, sondern Sinnstifter! (Semantik-Web) 3. Die Plattform schränkt die „Freiheit“ der Nutzer stark ein. Ja. Das empfinden vor allem Wikipedianer als schwierig, aber versuch dich mal in die Lage von Jemand zu versetzen, der nicht Wiki-vorbelastet ist. Ziel war es, eine Enzyklopädie zu schaffen, die so einfach ist, dass wirklich JEDER damit klar kommt. Dazu möchte ich dir auch den Artikel http://twick.it/blog/de/wikipedia-fur-doofe/ empfehlen. Das Gute an der Einschränkung: Die Erklärungen in möglichst reiner Form rücken in den Vordergrund. Riesennachteil: Fehlende Community-Bildung. Dessen sind wir uns bewusst. Siehe auch: http://twick.it/blog/forum-als-diskussionsplattform-fuer-community/
Noch mal Danke für deine wertvolle Kritik. Ich werde morgen dazu einen ausführlichen Blog-Artikel schreiben. Arbeitstitel (wenn du keine Einwände hast) lautet: das "Web 2.0 Prinzip" Gerne bist du als Co-Autor eingeladen. Noch gernerer kannst du auch einen eigenen Artikel dazu schreiben, den wir hier veröffentlichen.
Ich wollte eigentlich erst einen eigenen Blogartikel zu twick.it und seine bisherigen Beschränkungen schreiben aber das wäre dann ausgeufert. Ich interessier mich sonst eher für strukturelle Eigenschaften (Behandlung von Synonymen und Homonymen, Verlinkung, Möglichkeiten des Data-Mining etc.) Aber der mangelnde Community-Charakter ist wahrscheinlich das wichtigste. Natürlich kann auch in den Blogkommentaren diskutiert und mit eigenen Tools ein aggregierte RSS-Feeds zusammengestellt werden aber das sind Krücken, die eine zu hohe Hürde darstellen. Was das Prinzip "Jeder schreibt seine Twicks selber" betrifft: Wie wäre es, wenn ich einen Twick explizit als Replik auf einen bestehenden Twick erstellen könnte? Auf diese Weise käme durch Erklärung und Erwiderung in Form einer weiteren Erklärung (als Gegenvorschlag oder als Korrektur) eine Zusammenarbeit in Gang. Bislang kann ich nur einen Twick ohne explizite Angabe kopieren und umformulieren – so ist nicht ersichtlich, dass meine Formulierung eigentlich auf der Arbeit von Anderen aufbaut, was eher demotivierend ist. Im Grunde sind die einzelnen Twicks doch einzelne *Versionen* die entweder aufeinander folgen (wenn ich eigene Twicks bearbeite) oder als unabhängige Stränge nebeneinander stehen. Sorgt einfach dafür, dass ein Twick mehrere Vorgänger haben kann oder zumindest auch eine Version eines fremden Twicks als Vorgänger und die Zusammenarbeit kann beginnen – ohne die problematische Beschränkung auf eine aktuelle Version wie in Wikipedia.
Cool. Jetzt reden wir. Deine Ideen sind gut (wenn auch nicht neu). Norro hat Vorgänger-Würdigung auch schon vorgeschlagen. Leider wirft dein letzter Kommentar meinen ganzen "Web 2.0 Prinzip" Artikel, den ich geschrieben habe über den Haufen. War die schlaflose Nacht umsonst? Mal sehen. Wie heißt dein Blog? Würde mich gern mal umsehen. Mit deinem Spezialthema Teekesselchen könntest du Twick.it ungemein weiterhelfen. Ist natürlich für uns eine Riesenherausforderung. Schau hier: http://twick.it/blog/de/tipps4twicks-teil-3-kategorisierung/
Die "Kategorien" sind eigentlich Qualifikatoren und nur *eine* Möglichkeit mit Homonymen umzugehen. Könnt ihr es für bitte Einstellen, dass ein Twick auch leer sein kann, wenn im Feld "Abkürzung für" (das besser "Anderes Wort für" heißen sollte) etwas eingetragen ist. Ich habe das unter http://twick.it/de/Aequivalenz#8431und http://twick.it/de/Homonymzusatz versucht aber ersten muss zusätzlich ein Text eingetragen werden und zweitens sollte z.B. bei "Kurz für: Qualifikator" das Wort "Qualifikator" auf die Twicks zu "Qualifikator" verlinken und statt der Erklärung die Erklärungen des Twicks "Qualifikator" angezeigt werden.
eingetragen weil sonst
Die Diskussion wird im Augenblick auf meiner Diskussionsseite bei Wikipedia weitergeführt. http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Twickaner&diff=cur Jakob macht dort einige interessante Vorschläge. Ich sammel das und werde es dann hier dokumentieren.
[...] Pluspedia, Wikwik.it oder wBook: Bei Twick.it stellen wir gerne neue Wiki-Projekte vor und nehmen auch bei Kritik kein Blatt vor [...]




