Wie viel will ein Suchender eigentlich wissen?
Wenn man im Netz nach Informationen zu allgemeinen Suchbegriffen, wie Damenbart, Köln oder Binnenreim sucht, landet man fast immer bei Wikipedia. Ob das den Suchenden passt – danach fragt keiner. Darum will ich es mal tun. Wie viel Information will jemand haben, der nach einem allgemeinen Suchbegriff sucht? Und es ist nicht in vielen Situationen hilfreicher, wenn sich die Erklärung für ein Thema auf 140 Zeichen beschränken würde, anstatt zu versuchen, alle für das Thema relevante Informationen in einem Artikel zu bündeln?
Keine Panik, ich will gar nicht erst versuchen, diese Fragen zu beantworten. Stattdessen haben wir ein kleines Spielzeug gebaut, mit dem jeder selber die Nützlichkeit der Antworten von Twick.it und Wikipedia vergleichen kann. Wir nennen es…
TWICKIPEDIA
(Sieht aus wie Wikipedia, ist aber Twickipedia. Probier es einfach aus.)
So funktioniert Twickipedia
Das Prinzip von Twickipedia ist – wie es sich für ein original Twick.it-Markenprodukt gehört – supersimpel. Einfach einen Suchbegriff in den Schlitz eingeben und die Eingabetaste drücken (bzw. das Suchen-Feld anklicken). Twickipedia zeigt den entsprechenden Wikipedia-Artikel an und blendet – sofern vorhanden – eure favorisierte Twick.it-Erklärung oben ein. Macht mal den Test.
Legt für 10 Minuten die durch 10 erfolgreiche Wikipedia-Jahre konditionierte Weltsicht ab und versetzt euch in jemanden, der zu einem unbekannten Begriff Informationen sucht. Und dann Hand aufs Herz: Welche Antwort hat euch schneller weitergeholfen? Welche Erklärung war nützlicher? Weiterlesen>>
Schlagwörter: Alltagsnützlichkeit, Twickipedia, Wikipedia
Viele von euch sind auch bei Wikipedia aktiv. Heute gibt es etwas extra nur für euch. Und zwar einen Babel-Baustein.
Babel-Bausteine waren ursprünglich dafür gedacht, um die Sprachkenntnisse eines Wikipedianer auf dessen Benutzer-Seite anzuzeigen. Mit der Zeit kamen immer mehr andere Bausteine, die Herkunft, Meinungen oder einfach völligen Schwachsinn anzeigen, dazu. Mitunter erinnert der ein oder andere Baustein eher an einen bunten Anti-Atomkraft-Aufkleber auf der Heckscheibe einer alten Ente als an eine sinnvolle Information.
Angesichts der wachsenden Zahl mehr oder weniger sinnvoller Babel-Bausteinen ist nicht jeder Wikipedianer begeistert davon. Sei’s drum! Wir bringen jetzt trotzdem den Twick.it-Baustein raus.
Damit kann jeder seine Wikipedia-Benutzerseite mit einem weiteren Baustein verzieren und die Sympathie zur Erklärmaschine zeigen. Der Baustein befindet sich unter http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Derlangemarkus/Babel/Twick.it. Wie ihr das Ding einbaut, wisst ihr sicherlich selbst. Wenn nicht, fragt mich. Ich helfe mit meinen kümmerlichen Wiki-Syntax-Kenntnissen gerne weiter.
Schlagwörter: Babel-Baustein, Benutzerseite, Wikipedia
Heute wird gefeiert. In Köln, München, Berlin, aber auch in New York, Sydney, einfach überall auf der Welt. Der Grund: Wikipedia wird 10!
10 Jahre wirken im Internet-Zeitalter wie eine halbe Ewigkeit. Ein Gefühl, das viel mit den Gedanken eines 18 Jährigen gemein hat, dem ich gestehe, dass ich 32 Lenze alt bin. Ja liebe Kinder, ich gehöre zu der Prä-Copy&Paste-Generation, als man Hausaufgaben noch bei seinem Tischnachbarn abschrieb, anstatt sie aus der Wikipedia zu kopieren.
Seit 2001 wächst der Internet-Schlaumacher Wikipedia nun kontinuierlich weiter. Eine Ausdehnungsgeschwindigkeit, bei der das Universum blass vor Neid werden könnte. Und so ist Wikipedia heute nicht mehr wegzudenken für all die Kurz-Mal-Nachschläger, Wissenshungrigen, Hausaufgaben-Abschreiber. Schätzungsweise 5 Jahre wird es noch dauern, bis mich mein Ältester fragen wird, wie man vor der Erfindung der Computer wohl in der Wikipedia gelesen hat.
Und so sagen wir: Happy Birthday, Wikipedia. Schön das es dich gibt!
Man mag es mir verzeihen, wenn ich auch ein wenig neidisch bewundernd auf den Triumphzug der Wikipedia schaue. Wie hat es Wikipedia geschafft, das Henne-Ei-Problem zu lösen und dieses beachtliche Wachstum zu forcieren? Wie können Selbstreinigungsmechanismen gegen Vandalismus in der Realität funktionieren?
In der Beantwortung dieser Fragen ist uns Wikipedia ein Jahrzehnt voraus. Wie wird Twick.it wohl in 10 Jahren aussehen? Wird es die Erklärmaschine Ende diesen Jahres überhaupt noch geben?
Lass es krachen, Wikipedia!
Was aber wäre eine Geburtstagsgruß ohne ein ordentliches Ständchen? Aber Vorsicht – Ohrwurmgefahr!
Schlagwörter: Geburtstag, Wikipedia
"Wikipedia ist ja selbst eine Spaßbremse"
haben wir auf der Wikimedia Academy kennengelernt, wo er einen Vortrag über "Wikipedia als Wissensschaftskommunikation" gehalten hat. Unser 1. Treffen war typisch Wiki: Ich habe Achim Raschka gefragt, ob es unter den Wikipedianern keine Visionäre gibt und er hat auf David gezeigt…
- Spaßbremse und Griesgram waren zwei deiner ersten Erklärungen auf Twick.it. Wieso erklärst du diese Begriffe nicht bei Wikipedia oder Wiktionary?
Wikipedia ist ja selbst eine Spaßbremse mit den ganzen Regeln, wie ich relevante Themen neutral, ausgewogen, mit Quellen belegt usw. zu beschreiben habe. Twick.it ist da eine hübsche Abwechslung, bei der man einen viel weniger reglementierten Gestaltungsspielraum hat. Deshalb kann ich bei Twick.it einen Begriff spontan beschreiben, während ich in Wikipedia erstmal Literaturrecherche betreiben müsste, um nachzuweisen, dass der Begriff „Spaßbremse“ in Umgangssprache, Popliteratur, usw. präsent genug ist, um für eine Enzyklopädie relevant zu sein. Insofern funktioniert „Spaßbremse“ bei Twick.it einfach besser, während zum Beispiel meine sperrigen Interessengebiete in Philosophie und Wissenschaftsgeschichte in der Wikipedia besser aufgehoben sind. Ich habe mal versucht, einen meiner Lieblingsphilosophen bei Twick.it zu beschreiben, der (die? das?) Twick über Hilary Putnam ist allerdings genauso trostlos wie es ein Wikipedia-Artikel „Spaßbremse“ wäre. - Du bist noch ganz frisch dabei: Wie würdest du das Konzept der Erklärmaschine in deinen eigenen Worten beschreiben?
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Schlagwörter: David Ludwig, Enzyklopädie, Freies Wissen, Interview, Wikipedia, Wikipedianer
Am Samstag sind wir nach Frankfurt am Main gefahren, um bei der Wikimedia Academy mitzudiskutieren, den Wikimedia Vorstand zu treffen und einige Ideen für den NRW-Tag 2013 in Hückeswagen vorzustellen. Ein toller Ausflug: Nur unsere Charmeoffensive für WissensWert wurde von Jury-Mitglied Elke Wetzig konsequent ignoriert
Das ist besonders ärgerlich für euch, weil ihr jetzt wieder für Twick.it abstimmen müsst dürft.
Twick.it-Ideen für WissensWert
WissensWert ist ein neuartiges Projekt der Wikimedia zur Förderung freien Wissens. Twick.it ist mit insgesamt drei Ideen am Start. Auch wenn eure Finger noch blau vom Abstimmungsmarathon beim Social Media Preis sind – tut uns doch den Gefallen, für die Vorschläge 51, 52 und 65 zu stimmen. Die sind echt klasse! Und ausnahmsweise geht das Abstimmen auch einfach. Einfach in diesem Formular die drei Vorschläge ankreuzen und unten auf „senden“ klicken. Fertig.
Ideen für den NRW-Tag in Hückeswagen
Für den NRW-Tag in Siegen hatte Twick.it einen Erklärwettbewerb gestartet, bei dem die Anwohner den Besuchern Dinge aus ihrer Heimat erklären konnten. Auch für den NRW-Tag 2013 in Hückeswagen sind ähnliche Aktionen geplant. Wie wir per Tweet von Achim Raschka und im Telefonat mit Norbert Bangert erfahren haben, will Wikimedia den NRW-Tag in Hückeswagen unterstützen und zur Förderung freien Wissens beitragen. Dazu haben wir Geschäftsführer Pavel Richter (Bild 2 v.r.), Projektmanagerin Nicole Ebber (mitte) und Vorstandsmitglied Alice Wiegand (2. v.l.) einige Ideen präsentiert, die wir jetzt aber noch nicht verraten…
Wir sind gespannt, ob es zu einer Kooperation kommen wird. Ende Januar wissen wir etwas mehr. Aus unserer Sicht ist es auf jeden Fall wichtig, dass das theoretische Wissen der Online-Enzyklopädie mobil gemacht wird, den Menschen auf der Straße begegnet und somit einen praktischen Nutzen bietet.
Wissenschaftler bei Wikipedia
Bei der diesjährigen Wikipedia Academy ging es insbesondere um die Frage, in welcher Form Wissenschaftler motiviert werden können, an Wikipedia mitzuwirken. David Ludwig vom Helmholtzzentrum für Kulturtechnik und Daniel Mietchen haben dazu spannende Vorträge gehalten. Knackpunkt ist nach wie vor, die fehlende Reputation und Zitierbarkeit von Wikipedia-Artikeln in wissenschaftlichen Zirkeln. Eine interessante Alternative bietet hier das Peer-Review-System von Scholarpedia – allerdings sind hier die Lizenzen nicht immer so offen, wie sie sein könnten.
Beim Besuch der Wikimedia Academy hatten wir auch die Gelegenheit, Wikipedianer Marcus Cyron, Wiki-Blogger Dirk Franke u.v.m. persönlich kennenzulernen. Allein deswegen hat sich der Ausflug schon gelohnt.
Schlagwörter: Freies Wissen, Wettbewerb, Wikimedia, Wikimedia Academy, Wikipedia
Wikwikit zieht die Notbremse
Seit Monaten warten wir darauf, dass sich bei unserem Wettbewerber, der Mikro-Enzyklopädie mit dem lustigen Namen Wikwikit etwas tut. Und dann das….
[Anmerkung der Chefredaktion: Der folgende Text spiegelt ausschließlich die Meinung von Sean wider. Markus sieht das komplett anders und wird sich zu einem späteren Zeitpunkt dazu selber äußern.]
Alle Mann über Bord!
Offensichtlich haben sich die Jungs von Wikwikit meine Verbesserungsvorschläge sehr zu Herzen genommen. Sie haben alles, aber auch wirklich alles, über Bord geworfen, was nicht niet- und nagelfest war: die Mehrsprachigkeit, das Tagging und die von Twitter abgeguckten Listenfunktionen. (Das meiste davon hat zwar ohnehin nicht funktioniert, aber die Ideen waren zumindest gut.) Wo sie schon mal dabei waren, haben sie ihre eigene Community gleich mit abgeschafft.
Jetzt kann man die Kurzerklärungen nicht mehr editieren, nicht mehr diskutieren und es gibt auch keine Versionsgeschichte. Das Einzige, was zum Start der offenen Betaphase übrig geblieben ist, ist der automatisierte Import von Wikipedia-Einleitungssätzen – und natürlich die Werbung. Damit hat Wikwikit meine ketzerische überspitzte treffende Formulierung, sie seien nur ein „Wikipedia in Kurz“ übererfüllt. Bravo!
Auf dem falschen Weg
Selbsterkenntnis ist der Weg zur Besserung? Fraglich. Im Artikel zur Ankündigung der offenen Beta-Phase bekennen die Enzyklopädisten von Wikwikit auf jeden Fall freimütig, dass sie sich total verzettelt haben. Zitat:
… we took away most of the features of the site. There’s a reason for this.
We’ve been developing Wikwikit for about a year now. After the launch of the closed Beta about 6 months ago we kept developing different features like mad, and lost the focus a bit. [...]
Schlagwörter: Enzyklopädie, Web 2.0, Wikipedia, Wikwik.it









