"Wikipedia ist ja selbst eine Spaßbremse"
haben wir auf der Wikimedia Academy kennengelernt, wo er einen Vortrag über "Wikipedia als Wissensschaftskommunikation" gehalten hat. Unser 1. Treffen war typisch Wiki: Ich habe Achim Raschka gefragt, ob es unter den Wikipedianern keine Visionäre gibt und er hat auf David gezeigt…
- Spaßbremse und Griesgram waren zwei deiner ersten Erklärungen auf Twick.it. Wieso erklärst du diese Begriffe nicht bei Wikipedia oder Wiktionary?
Wikipedia ist ja selbst eine Spaßbremse mit den ganzen Regeln, wie ich relevante Themen neutral, ausgewogen, mit Quellen belegt usw. zu beschreiben habe. Twick.it ist da eine hübsche Abwechslung, bei der man einen viel weniger reglementierten Gestaltungsspielraum hat. Deshalb kann ich bei Twick.it einen Begriff spontan beschreiben, während ich in Wikipedia erstmal Literaturrecherche betreiben müsste, um nachzuweisen, dass der Begriff „Spaßbremse“ in Umgangssprache, Popliteratur, usw. präsent genug ist, um für eine Enzyklopädie relevant zu sein. Insofern funktioniert „Spaßbremse“ bei Twick.it einfach besser, während zum Beispiel meine sperrigen Interessengebiete in Philosophie und Wissenschaftsgeschichte in der Wikipedia besser aufgehoben sind. Ich habe mal versucht, einen meiner Lieblingsphilosophen bei Twick.it zu beschreiben, der (die? das?) Twick über Hilary Putnam ist allerdings genauso trostlos wie es ein Wikipedia-Artikel „Spaßbremse“ wäre. - Du bist noch ganz frisch dabei: Wie würdest du das Konzept der Erklärmaschine in deinen eigenen Worten beschreiben?
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Wie ticken Enzyklopädisten?
Zugegeben, unsere ersten Erfahrungen mit Wikipedia waren nicht positiv. Wer als Laie heute versucht, einen Artikel bei der Mutter aller Mitmach-Projekte zu veröffentlichen, hat es nicht leicht. Code und Codex der Wikipedia sind komplex und kompliziert. Ganz anders jedoch sind die Menschen, die Wikipedia mit Leben füllen. Hausmeister Andre, Rechtschreib-Detektiv Stefan, einen fast blinden Autor und einige mehr lernten wir auf dem Wikipedia-Stammtisch in Köln am 7. Januar 2010 kennen. Die Begegnung hat uns Mut gemacht – und machte uns gleichzeitig deutlich, welche Herausforderungen unsere Erklärmaschine bei zunehmendem Wachstum erwarten.
Wenn Enzyklopädisten sich streiten…
Kurz nach dem Start unserer Beta-Phase hatten wir das Glück, im Basic Thinking Blog von André Vatter erwähnt zu werden. Leider sorgte sein Artikel mit der Überschrift „Wenn Enzyklopädisten sich streiten, …“ für etwas Aufregung unter den Wikipedianern. Schwups, ohne großes Zutun unsererseits, steckten wir in der Relevanzdebatten-Schublade und wurden von Hardcore-Wikipedianern wahlweise für billige PR, als Startup-Glühwürmchen oder als penetrante Bedanker abgekanzelt.
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