Danke für eure Unterstützung!
Ihr habt es geschafft! Dank eurer Unterstützung bleibt Twick.it in der Wikipedia. Aber das ist noch nicht alles: Dank unserer Nutzerin Textsektor wurde der Wikipedia-Artikel über Twick.it deutlich verbessert. Außerdem haben wir viel positives Feedback erhalten – sowohl von Twick.it Fans als auch von gestandenen Wikipedianern. DANKE.
Alle positiven und negativen Kommentare zu Twick.it habe ich im letzten Artikel festgehalten. Dazu kann sich jeder selbst eine Meinung bilden. Ich finde jedoch die Begründung, warum der Artikel über Twick.it nicht gelöscht wurde, sehr bemerkenswert:
„Begründung: Im Gegensatz zur WP-„Konkurrenz“ à la Wikibay oder Wikiweise handelt es sich um ein Nischenprojekt, dessen Konzept, egal ob man es nun mag oder nicht, eine gewisse Originalität aufweist. Daher könnte Punkt vier der Wikipedia Relevanzkriterien für Websites greifen.“ Unter Punkt Vier der Relevanzkriterien für Websites steht geschrieben: „Eine Website ist in der Regel relevant, wenn sie Pionier eines später relevanten Genres von Websites war“.
Pioniere eines neuen Genres?
Ich denke, wir können schon ein wenig stolz auf uns sein. Erstens wird Twick.it in einem Atemzug mit anderen Enzyklopädien wie Wikiweise und WikiBay genannt, zweitens als originell bezeichnet und dritten sogar Pionierleistungen für die Entwicklung eines ganzen Genres unterstellt. Das nehmen wir als Ansporn, mit Vollgas weiterzumachen! In den nächsten Wochen haben wir ein paar Überraschungen für euch parat.
Wikipedianer – Ein Volk für sich?
Bei der Löschdiskussion sind mir wieder ein paar Dinge aufgefallen, die ich bei Wikipedia problematisch finde. Ich zähle sie hier auf, weil auch Wikipedia eine Nutzer-getriebene Enzyklopädie ist, die sich ständig weiterentwickeln muss.
- Auf der Startseite der Wikipedia steht, dass „jeder mit seinem Wissen mitmachen“ kann. In der Praxis ist das aber nicht der Fall. Dabei ist das Tolle am Web 2.0 doch die Beteiligung der Vielen, wie Tim O’Reilly in „The truth according to Wikipedia“ deutlich macht.
- Die Relevanzkriterien sind für Nicht-Wikipedianer ein Buch mit sieben Siegeln und letztendlich – wie unser Fall zeigt – beliebig dehnbar.
- Die Löschdiskussion findet auf einer Wikipedia-internen Seite statt. Besser wäre eine neutrale Plattform – zum Beispiel ein WordPress Blog, der auch leichter zu bedienen wäre. Vielleicht sollte man zur Ergänzung auch ein Daumen-hoch-Daumen-runter Abstimmverfahren einführen. Vielen Nicht-Wikipedianern ist öffentliche, schriftliche Argumentation fremd. Ein vereinfachtes evt. auch anonymes Abstimmen würde zu mehr Beteiligung führen und wäre somit repräsentativer und objektiver.
- Die Fixierung auf klassische Medien als Belegquelle finde ich nicht zeitgemäß. Meiner Meinung nach müssten einflussreiche Blogs als Quelle anerkannt werden.
Insgesamt hat man das Gefühl, als ob Relevanz in der Wikipedia allein durch die langjährige Community definiert wird – und werden soll. Die Meinung von Außenseitern wird eher weniger geschätzt. So wurden einige Twick.it Nutzer als Sockenpuppe beschimpft, weil sie ihren Kommentar nicht mit dem in der Wikipedia üblichen Signaturstempel versehen haben.
Und jetzt die Dinge, die ich gut an Wikipedia finde
- Wikipedianer sind leidenschaftlich. Sie lieben ihre Wikipedia, verteidigen sie und ihr Regelwerk inbrünstig, diskutieren gerne, aber können auch zuhören.
- Viele Wikipedianer sind offen für neue Ideen und unterstützen kollaborative Webdienste tatkräftig. Ich denke hier zum Beispiel an Achim Raschka, Marcus Cyron, Smial, Napa, HeMiHo, Hans Koberger und Simplicius.
Danke. Ohne eure Unterstützung wäre Twick.it mit Sicherheit gelöscht worden. - Die Wikipedia funktioniert. Wenn man bereit ist, viel Zeit und Geduld zu investieren, um sich an die Regeln der Wikipedia anzupassen, kann man sehr gut, lesenswerte Ergebnisse erzielen. Die Versionsgeschichte unseres Twick.it-Artikels ist ein gutes Beispiel dafür. Obwohl recht kurz wurde der Artikel bisher 30 Mal von unterschiedlichen Autoren optimiert.
Keine Konkurrenz zu Wikipedia
In der Begründung für den Verbleib des Twick.it Artikels war von Wikipedia Konkurrenten die Rede. Wir wollen noch mal klar stellen: Twick.it ist keine Konkurrenz zu Wikipedia, sondern eine Ergänzung. Wir liefern keine langen, wissenschaftlichen Beiträge, bei denen alle beteiligten Autoren sich auf einen Kompromiss einigen, sondern eine möglichst prägnante Kurzdefinition. Unser Ziel ist es sozusagen, den ersten Satz eines Wikipedia-Artikels zu formulieren. In Worten, die jeder verstehen kann.
Wer weiß? Wenn wir bei Twick.it weiter Gas geben, sieht die Zukunft vielleicht ja so aus, wie wir es in unserem Twickipedia-Spiel simulieren. Einfach ein Wort eingeben, das sowohl in der Wikipedia als auch bei Twick.it vorkommt und Enter-Taste drücken.
Schlagwörter: Nutzer, Relevanz, Wikipedia
Ich möchte noch mal ergänzend erwähnen, dass "wir" hier als "wir alle" zu sehen ist.
Außerdem möchte ich Simplicius danken, der mit der ersten Artikel-Version den Stein erst ins rollen gebracht hat.
Um Gottes Wilen, eine Abstimmung statt der Löschdiskussion wäre ja furchtbar. Das mag etwas einfacher sein, aber die Idee ist nicht zu Ende gedacht. Sockenpuppen (also Mehrfachaccounts) wäre Tür und Tor geöffnet. Alle Autoren der Wikipedia müssten dauerhaft und jeden Tag online sein, um im Notfall ihre Stimme für Artikel abgeben zu können, weil sonst diejenigen über den Verbleib von Artikeln entscheiden können, die am meisten Zeit und Ausdauer haben und am häufigsten und an den meisten Abstimmungen teilnehmen können.
Ne, ne. Das funktioniert nicht. Abstimmungen sind im Internet eine schlechte Idee, da man durch die aktuellen technischen Möglichkeiten nicht erreichen kann, dass jede Person nur eine Stimme hat und alle teilnehmen können. Sachargumente sind diejenigen, die über den Verbleib eines Artikels entscheiden sollten. Und wie ihr mitbekommen habt, schlägt das System ja auch nicht völlig fehl.
Hallo,
das freut mich, dass ihr mit dem Projekt Twickit in der Wikipedia bleibt und meine Meinung dazu: Bei Twickit handelt es sich um ein eigenständiges Projekt einer Art, welche man bisher eigentlich nicht kannte, zumindest mir unbekannt. Den Begriff Konkurrenz benutzen wir Blogger gerne, wenn wir versuchen unseren Posts, hervorstechende Überschriften zu verpassen. Letztendlich sei bei Twickit keine Konkurrenz gegenüber Wikipedia angestrebt, wohl eher eine weitere Art einer für jedermann zugänglichen Enzyklopädie mit knackigen und sofort verständlichen Erklärungen. So denke ich darüber.
@norro Du hast dir da sicher mehr Gedanken gemacht als ich. Meine Motivation ist immer, möglichst viele Menschen an dem Prozess zu beteiligen. Natürlich muss man abwiegen, was machbar ist. Grundsätzlich finde ich aber, dass man nicht zu viel Angst vor dem "gemeinen Nutzer" haben sollte. Vielleicht ist das Grundproblem bei Wikipedia, dass man nicht registriert sein muss?
@blogsash Danke für deine Unterstützung. Willst du nicht mal den Tool Tip http://twick.it/blog/de/twick-it-tool-tip/ in deinem Blog ausprobieren? Damit kann der Leser an jeder beliebigen Stelle Erklärungen aufrufen.
Ich kann norro nur zustimmen: Mehrheitsentscheidungen funktionieren bei Löschdiskussionen nicht. Wir haben schon eigene wikipediainterne Diskussions- und Abstimmungsprofis, die überall auftauchen, aber nur selten bei inhaltlicher Artikelarbeit zu erwischen sind, da brauchen wir in der WP wirklich nicht auch noch zusammengetrommelte Abstimmungsdrohnen. Argumente für und wider einen Artikel zusammenzutragen und gegeneinander abzuwägen oft ein sehr schwieriger Job. Diese Mühe sollten wir uns aber im Sinne einer möglichst hohen Qualität weiterhin machen. Sicherlich muß man jederzeit bereit sein, über Änderungen der Löschverfahren usw. nachzudenken, aber Daumen-hoch, Daumen-runter ist hier kein geeigneter Weg.
@smial Die Abstimmung soll die Argumentation ja nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die Argumentation ist ja in erster Linie ein Für und Wider der Wikipedianer. Eine Abstimmung könnte diesem inneren Zirkel aber einen Anhaltspunkt für die öffentliche Wahrnehmung geben. Auch wichtig: Es soll nicht mehr Arbeit für euch (die Admins) entstehen, sondern weniger Arbeit für engagierte Nutzer (die Leser) der Wikipedia.
Löschdiskussionen haben keine wirkliche öffentliche Wahrnehmung, und die wenigen Fälle, die wegen Blog-Erwähnung oder aus anderen Gründen ein größeres Publikum erreichten, versammelten halt Fans und Blog- oder Forenleser. Vermutlich deutlich über 99.9% der Wikipedianutzer geht die Löschhölle am Arsch vorbei, die suchen möglichst verläßliche Informationen im Artikelnamensraum. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn sich Interessierte auch von Außerhalb an der inhaltlichen Diskussion beteiligen und eine offenere Informationspolitik wird der WP sicher nicht schaden. Würde auch gegen die zunehmende Cliquenbildung helfen. Nur das mit dem "Daumen hoch / Daumen runter", das hilft einfach nicht bei Entscheidungen, die auf qualitativen Abwägungen basieren. Wenn man in der Wikipedia etwas bewegen will, muß man argumentieren, diskutieren, überzeugen. Das ist ein Gutteil Politik und kostet sehr viel Zeit, die viele beruflich eingespannte Fachleute nicht haben. Aber da müßte angesetzt werden, um zu fachlich und sachlich besser begründeten Entscheidungen zu kommen bzw. Fehlentscheidungen zu vermeiden.
[...] Das beste gleich zu Beginn; Twick.it bleibt der Wikipedia als Artikel enthalten. Vielen Dank für alle [...]




