Kurzfristig wurden wir von Dominik Eichbaum zur Jobs Si, der Siegener Job- und Gründermesse, eingeladen. Sie findet heute und morgen in der Siegerlandhalle statt. Ich werde morgen um 11 Uhr an einer Talkrunde mit mehreren Existenzgründern teilnehmen. Um 12 Uhr soll ich dann eine kleine Präsentation über die Erklärmaschine halten. Würde mich freuen, ein paar bekannte Gesichter zu begrüßen. Vorab schon mal ein Auszug aus dem Rede-Manuskript. Ergänzungen werden gerne noch kurzfzfristig eingebarbeitet.
Wie ist die Erfahrung als Gründer im Team?
Positiv. Es ist zwar viel Arbeit und verbraucht fast die ganze Freizeit. Aber wir ergänzen uns perfekt. Markus: Technik und Programmierung. Ich: Text und PR. Beide bringen Ideen ein. Er ist für möglichst viele Funktionen, ich für möglichst schlanke, einfache Anwendung. Im 2 Mann-Team sind schnelle Entscheidungen möglich. Es ist aber wichtig, Aufgaben genau zu definieren und kurzfristig in Eigenverantwortung umzusetzen. Wenn man nicht ständig am Ball bleibt, wird die ToDo-Liste jeden Tag länger. Recherche, Konzept, Programmierung, Tests, Feedback, Support, Marketing…
Auch wenn Twick.it nie einen Euro verdienen sollte, wäre es schon jetzt ein Erfolg. Weil es uns viele Türen geöffnet hat. Wir haben mit bekannten Größen der Internet- und Gründer-Szene gesprochen wie Sascha Lobo oder Ibrahim Evsan, haben führende Wikipedianer kennengelernt, haben Twick.it auf der CeBIT und beim Twittwoch in Essen präsentiert, waren in SWR und in Deutschlands bekanntestem Blog. Wir haben mit Machern hier aus der Region gesprochen – und von allen positives Feedback erhalten.
Was treibt Sie als Gründer an?
Unsere Vision. Und das positive Feedback der Nutzer.
Wie sieht ihre Vision aus?
Wir wollten das Beste von Twitter und Wikipedia vereinen. Wir wollen die Welt ein bisschen einfacher machen, indem wir eine weltweit bekannte Plattform für Kurz-Erklärungen schaffen. Unser Ziel ist: Für jeden Begriff kann der Nutzer eine kurze, präzise Erklärung erhalten. Mit einem Tastendruck. Ohne suchen. Ohne Werbung. Der Nutzer selbst entscheidet, wann er was wissen will. Darum haben wir den Twick.it Tool Tipp entwickelt, mit dem die Erklärungen auf jeder Website angezeigt werden können. Unsere Vision ist ein universales Glossar. Universal, weil jeder mitmachen kann und universal, weil es überall verfügbar ist.
Was ist der zentrale Nutzen von 140 Zeichen kurze Erklärungen?
Sie bringen das Wichtigste auf den Punkt. Dienen dem schnellen Überblick und dem Einstieg in ein Thema. Außerdem sind sie mobil. Sie können auf allen elektronischen Endgeräten eingesetzt werden und lassen sich mit anderen Anwendungen kombinieren (Mashups: z.B. mit Google Maps)
Letztendlich wollen wir zeigen, dass eine Erklärung in 140 Zeichen, die von Menschen erstellt und bewertet wurde, oft besser ist als 140 Millionen Suchergebnisse bei Google.
Was macht Gründungen im Web 2.0 Umfeld aus?
Web 2.0 heißt ja nichts anderes als „Mitmach-Internet“. Im Web 2.0 ticken die Uhren anders. Hier entscheidet nicht der Business Plan über den Erfolg, sondern allein die Nutzer. Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook, hat das „elegante Organisation“ genannt. Man stellt eine Plattform zur Verfügung, um das Leben der Nutzer etwas einfacher, komfortabler zu machen. Dann unterstützt man die Nutzer bestmöglich. Erst bei großer Akzeptanz kann man über mögliche Vermarktungsformen nachdenken.
Es ist natürlich sehr schwer, eine Bank oder einen Investor von einer Idee zu überzeugen, bei der man nie weiß, ob man je einen Cent verdienen wird. Siegen ist halt nicht das Silicon Valley. Ein Dienst wie Twitter hätte hier nie eine Chance gehabt. Heute haben sie über 100 Millionen registrierte Nutzer. Der Mut zum Risiko ist hier einfach viel kleiner. Ein Beispiel: 2009 wurden in ganz Deutschland 250 Mio. Euro in Internet-Technologien investiert. Im gleichen Jahr hat Facebook allein 200 Mio. in neue Server investiert. Wenn es um innovative IT-Lösungen und vor allem Web 2.0 geht, ist Deutschland in vieler Hinsicht noch ein Entwicklungsland. Oft werden einfach nur erfolgreiche amerikanische Vorbilder kopiert. Als wir mit Twick.it anfingen, war es uns wichtig, etwas wirkliches Neues zu schaffen.
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